
Der Erwerb von Immobilien in Saudi-Arabien für Nichtansässige wird ab 2026 dank des neuen Gesetzes „Real Estate Ownership Law by Non-Saudis“, das die Ziele der Vision 2030 unterstützt, möglich. Ausländer können Wohnungen, Häuser und Gewerbeimmobilien in ausgewiesenen Zonen wie Riad, Dschidda sowie in Megaprojekten wie NEOM erwerben, wobei Mekka und Medina für Nicht-Muslime ausgeschlossen sind. Der Kaufprozess wird zunehmend digitalisiert und umfasst die Überprüfung der Berechtigung, rechtliche Due-Diligence-Prüfungen sowie die elektronische Registrierung des Eigentumstitels. Zu den wichtigsten Kosten gehören eine 5-prozentige Grunderwerbsteuer, Verwaltungsgebühren sowie potenzielle Anwaltskosten. Inhaber einer Premium-Residency können durch eine Immobilie im Wert von mindestens 4 Mio. SAR eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten, was breitere Investitionsmöglichkeiten eröffnet.

Zusammenfassung des Artikels
Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Artikel in 30 Sekunden.
Der Erwerb von Immobilien in Saudi-Arabien für Nichtansässige wird ab 2026 dank des neuen Gesetzes „Real Estate Ownership Law by Non-Saudis“, das die Ziele der Vision 2030 unterstützt, möglich. Ausländer können Wohnungen, Häuser und Gewerbeimmobilien in ausgewiesenen Zonen wie Riad, Dschidda sowie in Megaprojekten wie NEOM erwerben, wobei Mekka und Medina für Nicht-Muslime ausgeschlossen sind. Der Kaufprozess wird zunehmend digitalisiert und umfasst die Überprüfung der Berechtigung, rechtliche Due-Diligence-Prüfungen sowie die elektronische Registrierung des Eigentumstitels. Zu den wichtigsten Kosten gehören eine 5-prozentige Grunderwerbsteuer, Verwaltungsgebühren sowie potenzielle Anwaltskosten. Inhaber einer Premium-Residency können durch eine Immobilie im Wert von mindestens 4 Mio. SAR eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten, was breitere Investitionsmöglichkeiten eröffnet.
Der Immobilienkauf in Saudi-Arabien schien noch vor wenigen Jahren für Personen außerhalb des Königreichs nahezu unmöglich. Doch dynamische wirtschaftliche Veränderungen, das ehrgeizige Programm „Vision 2030“ und die schrittweise Öffnung des Landes für Investoren haben dazu geführt, dass das Thema heute auf immer größeres Interesse stößt. Wichtig ist: Im Jahr 2026 treten völlig neue Vorschriften in Kraft, die es erstmals sogar Nichtansässigen ermöglichen werden, Wohnungen, Häuser oder Gewerbeimmobilien in ausgewiesenen Zonen zu erwerben. Dies macht Saudi-Arabien zu einem der interessantesten Märkte der Region – sowohl für Investoren als auch für Personen, die Immobilien im Ausland suchen.
Doch wie sieht der gesamte Kaufprozess aus? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, wie viel kostet es und worauf muss man achten? In diesem Artikel erkläre ich Schritt für Schritt, was Sie wissen sollten, bevor Sie eine Entscheidung über den Kauf einer Immobilie in Saudi-Arabien treffen – insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Gesetzesänderungen.
Der Immobilienmarkt in Saudi-Arabien erlebt seit einigen Jahren eine echte Revolution. Bisher konnten Ausländer Immobilien nur in Ausnahmefällen erwerben – in der Regel unter der Bedingung, dass sie einen saudi-arabischen Wohnsitz (Iqama) oder einen speziellen „Premium Residency“-Status besitzen. Die meisten ausländischen Käufer waren zudem auf bestimmte Zwecke beschränkt, wie die Eigennutzung einer Wohnung oder den Erwerb von Räumlichkeiten für geschäftliche Zwecke.
Dies ändert sich mit dem 2025 angekündigten neuen Gesetz „Real Estate Ownership Law by Non-Saudis“, das Anfang 2026 in Kraft treten wird. Dies ist ein Wendepunkt, da es erstmals auch Nichtansässigen, also Personen ohne Wohnsitz in Saudi-Arabien, den Erwerb von Immobilien ermöglichen wird.
Die neuen Vorschriften:
Das Gesetz fügt sich in die langfristige Strategie „Vision 2030“ ein, deren Ziel die Diversifizierung der Wirtschaft und die Entwicklung moderner Städte ist – wie Riad, Dschidda oder futuristische Projekte an der Küste des Roten Meeres. Für Personen, die an Auslandsinvestitionen interessiert sind, bedeutet dies die Eröffnung völlig neuer Möglichkeiten, aber auch die Notwendigkeit, die Vorschriften, die in den kommenden Monaten präzisiert werden, genau zu verfolgen.
Noch vor Kurzem war die Möglichkeit für Ausländer, Immobilien in Saudi-Arabien zu erwerben, stark eingeschränkt. Heute sieht die Situation ganz anders aus – und ab 2026 wird sich der Kreis der berechtigten Personen noch weiter vergrößern. In der Praxis bedeutet dies, dass verschiedene Gruppen von Ausländern Zugang zum Markt haben werden, wobei jede Gruppe nach etwas anderen Regeln agiert.
Personen, die dauerhaft oder langfristig in Saudi-Arabien leben und eine Iqama besitzen, können bereits jetzt Immobilien zur Deckung ihres eigenen Wohnbedarfs erwerben. Die Bedingungen sind relativ einfach:
Für Expats, die in Riad, Dschidda oder in Industriestädten arbeiten, ist dies die gängigste Form des Immobilienerwerbs.
Die größte Gesetzesänderung betrifft genau diese Kategorie. Ab 2026 werden auch Personen ohne saudi-arabischen Wohnsitz Immobilien in ausgewiesenen Zonen erwerben können. Was bedeutet das in der Praxis?
Dies ist eine enorme Erleichterung für ausländische Investoren, die ihr Portfolio diversifizieren oder in einen neuen, dynamisch wachsenden Markt einsteigen möchten.
Unternehmen mit ausländischer Beteiligung können bereits heute Immobilien erwerben, die für die Geschäftstätigkeit erforderlich sind – z. B. Büros, Hallen, Lager oder Hotels. Die neuen Vorschriften werden zusätzlich:
Dadurch wird Saudi-Arabien gegenüber Märkten wie den VAE oder Katar wettbewerbsfähiger.
Dies ist die Gruppe mit den umfassendsten Rechten. Die Premium Residency bietet einzigartige Vorteile:
Das Programm kann für Investoren oder Personen attraktiv sein, die einen längeren Aufenthalt im Land planen. Einer der Wege dorthin ist die „Real Estate Owner Residency“, also ein Aufenthaltsstatus für Personen, die eine Immobilie mit einem bestimmten Wert besitzen.
Obwohl Saudi-Arabien seinen Immobilienmarkt dynamisch für Ausländer öffnet, variiert die Verfügbarkeit einzelner Standorte je nach Vorschriften und Rechtsstatus des Käufers. Es lohnt sich daher zu wissen, welche Orte derzeit verfügbar sind und welche nach Inkrafttreten der neuen Vorschriften im Jahr 2026 geöffnet werden.
Die meisten Investitionsmöglichkeiten befinden sich in großen, wachsenden städtischen Zentren:
Die Hauptstadt des Landes ist das politische, wirtschaftliche und finanzielle Zentrum Saudi-Arabiens. Ausländer können hier kaufen:
Riad ist eines der Schlüsselgebiete, das nach 2026 vollständig für ausländische Käufer geöffnet werden soll.
Die kosmopolitischste Stadt Saudi-Arabiens und der wichtigste Hafen am Roten Meer. Beliebt bei Expats und Investoren, insbesondere dank:
Im Rahmen der „Vision 2030“ entstehen viele futuristische Stadtentwicklungsprojekte und Resorts, die Investoren und Touristen aus der ganzen Welt anziehen sollen. In vielen von ihnen ist bereits jetzt die Möglichkeit eines einfacheren Immobilienerwerbs für Ausländer vorgesehen.
Die wichtigsten Standorte sind u. a.:
Diese Projekte verfügen oft über eigene Wirtschafts- und Investitionsregeln, was den Immobilienerwerb für Ausländer zusätzlich erleichtern kann.
Mekka und Medina sind die beiden wichtigsten Städte des Islam – daher unterliegen sie seit Jahren besonderen Regeln für den Immobilienbesitz.
Die aktuelle und zukünftige Situation stellt sich wie folgt dar:
Auch nach der Marktöffnung im Jahr 2026 werden diese beiden Städte ihren besonderen Status beibehalten – daher sollte jeder, der einen Immobilienkauf in Mekka oder Medina plant, die neuesten Vorschriften laufend verfolgen.
Eine Schlüsselrolle bei der Marktöffnung spielt die Real Estate General Authority (REGA), die:
Ab 2026 soll die REGA eine detaillierte Karte der Zonen veröffentlichen, was es Ausländern erheblich erleichtern wird, den Kauf zu planen.
Obwohl Saudi-Arabien viele Änderungen einführt, bleibt der eigentliche Immobilienkaufprozess recht geordnet und zunehmend digital. Das Land setzt auf moderne Lösungen, daher können die meisten Formalitäten – von der Dokumentenprüfung bis zur endgültigen Registrierung – online erledigt werden. So sieht ein typischer Transaktionsverlauf für einen Ausländer aus.
Der erste Schritt besteht darin festzustellen, ob eine Person eine Immobilie an einem bestimmten Standort kaufen kann und zu welchen Bedingungen. In der Praxis bedeutet dies:
Ab 2026 wird dieser Prozess einfacher, da die REGA transparente Regeln für die einzelnen Zonen bereitstellen soll.
Nach der Feststellung der Berechtigung wählt der Käufer die gewünschte Immobilie aus. In dieser Phase lohnt es sich:
Bei den meisten modernen Investitionen arbeiten Bauträger mit Beratern zusammen, die Ausländern helfen, den formalen Prozess zu durchlaufen.
Sobald die Wahl getroffen wurde, folgt die Unterzeichnung eines Reservierungsvertrags (reservation agreement). Dies ist in der Regel verbunden mit:
Diese Phase sieht ähnlich aus wie in vielen europäischen Ländern.
Dies ist eines der wichtigsten Elemente des Kaufs. Der Anwalt oder Berater des Käufers analysiert:
Saudi-Arabien digitalisiert das Immobiliensystem, daher sind die meisten Dokumente elektronisch verfügbar, was die Prüfungszeit erheblich verkürzt.
Wenn alle Prüfungen positiv abgeschlossen sind, schreiten die Parteien zum Abschluss des Kaufs. Die wichtigsten Etappen sind:
Alles erfolgt aus der Ferne – ohne Notarbesuch, da das Notariat in Saudi-Arabien weitgehend durch digitale Systeme ersetzt wurde.
Die letzte Etappe ist die formale Registrierung des Eigentumstitels. Das System generiert:
Von diesem Moment an ist der Käufer offizieller Eigentümer der Immobilie in Saudi-Arabien.
Der Kauf einer Immobilie in Saudi-Arabien besteht nicht nur aus dem Preis für die Wohnung oder das Haus. Wie in anderen Ländern fallen auch hier zusätzliche Verwaltungsgebühren, Steuern und Dienstleistungskosten an, über die man sich vor einer Investitionsentscheidung informieren sollte. Ein gut geplantes Budget hilft, spätere Überraschungen zu vermeiden.
Dies ist die wichtigste zusätzliche Kostenstelle. In Saudi-Arabien beträgt der Standardsatz 5 % des Immobilienwerts.
Diese Steuer wird zum Zeitpunkt des Transaktionsabschlusses gezahlt – ohne deren Zahlung wird die Eigentumsübertragung nicht im System registriert.
Diese sind relativ gering, aber obligatorisch. Sie umfassen u. a.:
Insgesamt belaufen sich diese Kosten meist auf wenige Prozent des Immobilienwerts oder einen bestimmten Pauschalbetrag.
Obwohl der Prozess in Saudi-Arabien hauptsächlich digital abläuft, ist die Unterstützung durch einen lokalen Anwalt oder einen lizenzierten Immobilienberater sehr hilfreich – insbesondere für Ausländer.
Die Kosten hängen vom Umfang der Dienstleistungen ab, umfassen aber meist:
Bei Premium-Investitionen oder einem Kauf durch Nichtansässige sollte dies als Investition in die Sicherheit der Transaktion betrachtet werden.
Wenn der Immobilienkauf Teil eines Plans zur Erlangung der Premium Residency ist, sollten auch die mit diesem Programm verbundenen Gebühren berücksichtigt werden:
Für den Weg der „Real Estate Owner Residency“ ist zusätzlich eine Immobilie mit einem Wert von mindestens 4 Mio. SAR erforderlich.
Nach dem Kauf fallen auch laufende Kosten an, wie:
Wenn der Käufer ein Hypothekendarlehen in Anspruch nimmt, sollte man an Folgendes denken:
In der Praxis verlangen Banken von Personen, die nicht ansässig sind, einen höheren Eigenkapitalanteil.
Für viele Ausländer ist der Kauf einer Immobilie in Saudi-Arabien nicht nur eine finanzielle Investition, sondern auch eine Chance auf den prestigeträchtigen Aufenthaltsstatus. Das Programm Premium Residency (oft als „saudi-arabische Green Card“ bezeichnet) bietet weitreichende Möglichkeiten, im Königreich zu leben und zu arbeiten, ohne einen Sponsor zu benötigen. Eine der interessantesten Optionen ist der Weg über den Immobilienbesitz.
Die Premium Residency ist ein spezieller Status für Ausländer, der wesentlich umfassendere Rechte bietet als eine normale Iqama. Die wichtigsten Vorteile sind:
Das Programm wurde geschaffen, um Investoren, qualifizierte Fachkräfte und Personen anzuziehen, die sich im Rahmen der „Vision 2030“ beruflich weiterentwickeln möchten.
Das Programm bietet zwei Hauptformen:
Dies ist eine der attraktivsten Optionen für Personen, die einen Immobilienkauf in Saudi-Arabien planen.
Um sich zu qualifizieren, muss man:
Dieser Weg ist besonders beliebt bei Investoren, die an Luxusapartments in Riad, Dschidda oder den neuen Mega-Projekten am Roten Meer interessiert sind.
Dieser Status ist nicht nur ein rechtlicher Komfort. Er bedeutet auch:
Für Personen, die einen längeren Aufenthalt planen oder ein Unternehmen in Saudi-Arabien aufbauen möchten, ist dies eine Lösung, die definitiv eine Überlegung wert ist.
Kauf in neuen Mega-Projekten – Investitionen im Bau erfordern immer Geduld, aber genau an solchen Standorten ist das Wachstumspotenzial am höchsten.

Autor
Mariusz Sawicki
VORSTANDSMITGLIED
Sie verbindet Erfahrungen aus der Finanz- und Immobilienbranche, wodurch sie Kunden dabei unterstützt, fundierte und wohlüberlegte Investitionsentscheidungen zu treffen. Sie betrachtet den Immobilienkauf nicht nur durch die Brille der Emotionen, sondern vor allem auf Basis von Daten, Sicherheit und Potenzial. Sie ist auf Investitionsanalysen und Risikobewertungen spezialisiert, insbesondere in Schwellenländern wie dem Oman. In ihrer Arbeit setzt sie auf Konkretheit, Transparenz und einen partnerschaftlichen Ansatz.